Erste Überlieferungen lassen darauf schließen, dass Brust die älteste Schwimmart ist, denn in früher Zeit wird von „weit ausgebreiteten Armen“ und „Froschbewegungen“ berichtet. Sie ist eine Gleichschlag- und Gleichzugschwimmart. Daraus entwickelte sich das Butterflyschwimmen, das 1930 als 4. Schwimmart anerkannt wurde.

Nach dem Start bzw. der Wende erfolgt zunächst eine Gleitphase, weil sich der Körper sehr schnell durch das Wasser bewegt und alle Bewegungen der Arme oder der Beine den Schwimmer nur abbremsen würden. Nach ein paar Sekunden in total gestreckter Haltung hat der Schwimmer seine Schwimmgeschwindigkeit erreicht und beginnt mit dem Armzug. Etwas später setzt dann auch die Beintätigkeit ein.

Die Arme werden gleichzeitig bewegt.
Die Zugphase beginnt bei gestreckten Armen mit dem Wasserfassen: die Hände werden zum Unterarm leicht gebeugt. Nun ziehen die Hände mit zunehmender Geschwindigkeit bis auf Schulterbreite nach außen und gleichzeitig nach unten. Dabei zeigen die Fingerspitzen nach unten, die Ellbogen bleiben an der Wasseroberfläche. Der Kopf kommt langsam aus dem Wasser.

Die Druckphase beginnt, sobald die Arme etwa die Schulterhöhe erreicht haben. Mit einer schnellen Einwärtsbewegung werden Hände und Ellbogen nach innen bewegt. Hier befinden sich die Schultern am höchsten und es wird eingeatmet.

Für die Rückholphase werden die Hände nahe der Wasseroberfläche nach vorn in die Streckung gebracht, während das Gesicht wieder ins Wasser gelegt und ausgeatmet wird.

Der nächste Armzug wird eingeleitet, sobald die Beine gestreckt und die Füße zusammen sind.

Beinbewegung: Beim Brustschwimmen ist die Beinbewegung ein entscheidender Faktor für den Antrieb. Sie werden angezogen, sobald die Hände einwärts gedreht und in die Druckphase geführt werden. Dabei sind Knie und Füße leicht geöffnet. Die Fersen werden möglichst dicht ans Gesäß gebracht. Zum Stoß werden die Fußspitzen Richtung Knie angezogen und auswärts gedreht. Mit den Innenseiten drücken sie schwungvoll in einem Halbkreis nach hinten und mit zunehmender Streckung auch nach unten. Schließlich werden die gestreckten Beine zueinandergebracht und damit ist der Beinzyklus beendet.

Die Atmung erfolgt nur durch den Mund. Es wird eingeatmet beim Übergang in die Druckphase, wenn die Schultern am höchsten sind. Ausgeatmet wird durch Mund und Nase, während die Hände nach vorne schieben.

Koordination: Auf jedem Armzug folgt ein Beinschlag, und die dabei entstehenden Gleitphase müssen beim Brustschwimmen effektiv genützt werden. Hauptziel in der Koordination der Arm- und Beinbewegung ist es, den Geschwindigkeitsabfall möglichst gering zu halten, daher müssen die dabei entstehenden Gleitphasen effektiv genützt werden. Diese Bewegungen setzen ein bestimmtes Maß an Körpergefühl und Koordinationsgabe voraus. Die häufigsten Fehler besonders von Anfängern sind: nicht richtig zu gleiten, Kopf über Wasser zu halten und eine schlechte Wasserlage.

Wasserlage: Die Kopfhaltung spielt eine entscheidende Rolle: Ist der Blick nach vorne gerichtet, liegt der Kopf im Nacken und ein Hohlkreuz entsteht. Richtig ist, den Kopf in der Verlängerung der Wirbelsäule zu halten, den Blick nach vorne und unten zu richten. Nur zum Atmen wird die Haltung unterbrochen. Es entsteht ein ständiger Wechsel zwischen hoher und tiefer Hüftposition (hohe Position in der Gleitphase, tiefe Position beim Anschwingen der Beine).